Thomas Buchholz, der Vorsitzende des Landesverbands Sachsen-Anhalt Deutscher Komponisten, setzt mit opulenten Klang-Ressourcen dem in New York geborenen und gestorbenen Maler Lyonel Feininger ein tönendes Denkmal. Feininger verfolgte andere ästhetische Absichten als der von Mussorgski in seinen „Bildern einer Ausstellung“ gewürdigte Maler Viktor Hartmann. Der US-Amerikaner studierte Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ genau und hinterließ eigene Fugen, welche Buchholz für sein geschmeidiges Partiturgewebe mehr oder weniger eigenständig aufgriff. Die Anhaltische Philharmonie unter ihrem langjährigen Generalmusikdirektor Markus L. Frank schmeichelt beiden Komponisten auf Augenhöhe. Damit huldigt sie nicht nur Feininger – respektvoll und mit mildem Leuchten –, sondern auch dem Jubiläum „100 Jahre Bauhaus Dessau“, wo der Maler dreizehn Jahre als „Meister“ wirkte. Einmal mehr offenbart sich, worüber nicht nur der von Chemnitz nach Madrid gewechselte Dirigent Guillermo García Calvo ins hymnische Schwärmen geriet: „Der himmlisch weiche Klang mitteldeutscher Orchester.“ Buchholz’ „Feininger-Fraktale“ erklingt in kongenialer Gestaltung, Mussorgski mit philharmonischer Grandezza. So wird die Hommage zur verführerischen Visitenkarte eines kompetenten Klangkörpers.
Musik aus der Bauhausstadt Dessau
Buchholz: Feininger-Fraktale, Mussorgski/Ravel: Bilder einer Ausstellung
Anhaltische Philharmonie Dessau, Markus L. Frank (Leitung)
Genuin


