Startseite » Rezensionen » Heitere Nische

CD-Rezension Johannes Moesus

Heitere Nische

Bläserselige Hommage an einen lange Unterschätzten: Das RSO Stuttgart mit Werken des Wahlfranzosen Ignaz Pleyel

vonAnnette Zerpner,

Der gebürtige Österreicher war Selfmademan mit Kernkompetenz Komposition: Bitterarmer, hochbegabter Haydn-Schüler, 20 Jahre lang aller Welt Lieblingskomponist, ab 1800 Musikverleger und Klavierfabrikant in Paris, 1830 schließlich Gründer des Vorläufersalons der berühmten „Salle Pleyel“. Von seinen Werken überlebten ihn die Klavierschule und Streichquartette. Drei konzertante Sinfonien hat Johannes Moesius mit dem RSO Stuttgart nun wiedererweckt, in denen die hervorragenden Solobläser ihrem Orchester als Quartett, Duo und verstärkt durch fünf Solostreicher als Oktett gegenüberstehen. Abwechselnd hängen sie virtuose Melodienketten in die Bäume und schwelgen wie Gäste eines Gartenfests in heiterem, nur einen Abend gültigem Geplauder. Zusätzlich hat Pleyels Fagottkonzert Platz gefunden. Hanno Dönneweg präsentiert diesen Neuzugang im schmalen Fagott-Kanon nobel und flexibel im Ton. Eine Nische, in die sich der Blick lohnt.

Pleyel: Sinfonia concertante B 112, 113, 115 & Fagottkonzert B 107
Hanno Dönneweg (Fagott)
Gaby Pas-Van Riet (Flöte)
Anne Angerer (Oboe)
Wolfgang Wipfler (Horn)
Mila Georgieva (Violine)
Michael Salm (Violine)
Gunter Teuffel (Viola)
Manuel Fischer-Dieskau (Violoncello)
Konstanze Brenner (Kontrabass)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Johannes Moesus (Leitung)
cpo (2 CDs)

Auch interessant

Rezensionen

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!