Samtig und nett

CD-Rezension Yundi

Sam­tig und nett

Keine besondere gedankliche Tiefe und auch die Schattierungen dei diesem Chopin-Album bleiben eher unauffällig

Yun­di, der sich ehe­mals Li nann­te, spielt – wel­che Über­ra­schung – Cho­pin. Wie­der Cho­pin. Dies­mal hat er sich alle vier Bal­la­den vor­ge­nom­men, die Ber­ce­u­se als Über­gang zu den vier Mazur­ken op. 17. Kaum eine Stun­de lang ist die­ses Pro­gramm, das Yun­di als varia­blen Anschlags­künst­ler zeigt, mit sam­ti­gem Pia­no und auf­brau­sen­dem For­tis­si­mo. Doch im rei­chen Kata­log der Bal­la­den-Auf­nah­men ragt er kaum in die Spit­zen­plät­ze. In den lyrisch-ent­rück­ten Momen­ten nimmt er sich Zeit, dringt nah bis zum poe­ti­schen Zen­trum vor, doch lässt sein Cho­pin kei­ne beson­de­re gedank­li­che Tie­fe erken­nen. Er ist bei Yun­di ein Plau­de­rer, der nett erzäh­len und wild auf­brau­sen kann. Doch die Schat­tie­run­gen dazwi­schen blei­ben, auf über­durch­schnitt­li­chem Niveau, eher unauf­fäl­lig. Dass Cho­pins pia­nis­ti­sche Ein­ge­bun­gen hier als Ursprung für Träu­me und ima­gi­nä­re Büh­nen-Hand­lun­gen die­nen, merkt man Yun­dis „Bal­la­den“ zu sel­ten an.

Chopin: Balladen Nr. 1-4, Berceuse & 4 Mazurkas
Yundi (Klavier)
Deutsche Grammophon

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