Solide

Soli­de

Gefällig, aber risikolos präsentieren Simon Callaghan und das Sinfonieorchester St. Gallen drei Klavierkonzerte von Carl Heinrich Reinecke.

Sein Werk­ka­ta­log war am Ende eines lan­gen Lebens reich­lich gefüllt. Dass Carl Rei­ne­cke heu­te jedoch nicht der ers­ten Kom­po­nis­ten-Liga zuzu­rech­nen ist, hängt mit einem Tra­di­tio­na­lis­mus zusam­men, der sich auch in sei­nen vier, jeweils drei­sät­zi­gen Kla­vier­kon­zer­ten zeigt, von denen Pia­nist Simon Cal­lag­han, das Sin­fo­nie­or­ches­ter St. Gal­len und Mode­s­tas Pitrė­na drei auf­ge­nom­men haben. Eine soli­de Auf­nah­me, gefäl­lig, anspre­chend. Cal­lag­han, der eine Vor­lie­be für roman­ti­sche Kom­po­nis­ten der zwei­ten Rei­he hegt, spielt mit so viel Umsicht und Kennt­nis, dass er nie Gefahr läuft, die Musik manie­riert abzu­bil­den. Die Tem­pi sind eher ver­hal­ten gewählt, was dem Orches­ter ein stel­len­wei­se kam­mer­mu­si­ka­li­sches Mit­ein­an­der ermög­licht. Mode­s­tas Pitrė­na staf­felt und ver­dich­tet die jewei­li­gen Stim­mun­gen auf abwä­gen­de Wei­se. Aller­dings fragt man sich, wie die­se Musik klin­gen wür­de, wenn sie mit mehr Risi­ko genom­men wür­de.

© Kau­po Kikkas

Simon Callaghan

Simon Cal­lag­han

Rei­ne­cke: Kla­vier­kon­zer­te Nr. 1, 2 & 4

Simon Cal­lag­han (Kla­vier), Sin­fo­nie­or­ches­ter St. Gal­len, Mode­s­tas Pit­re­nas (Lei­tung)
Hype­ri­on

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