Rezension Karine Deshayes – Offenbach

Mit Witz

Karine Deshayes formt die Koloraturen bei Offenbachs „Fables de la Fontaine“ geschmackvoll und das Orchester spielt ohne falsche Knalleffekte.

Grille, Hirte, Maus, Fuchs, Rabe und Ameise gehören zum Stammpersonal der Fabeln von Jean de La Fontaine. Als Jacques Offenbach in Paris Fuß fassen wollte, vertonte er einige dieser Fabeln, deren orchestrierte Fassungen nun Mezzosopranistin Karine Deshayes aufgenommen hat. Sie formt die Koloraturen sicher und geschmackvoll, das Orchester des Opernhauses von Rouen spielt unter Jean-Pierre Haeck mit Witz und ohne falsche Knalleffekte. Solistin und Orchester bilden eine organische Allianz, kosten jeden Stimmungsumschwung aus und kommentieren ihre Pointen gegenseitig. Der Humor dieser Texte vermittelt sich eben auch ohne künstliche Zusatzstoffe. Das ist stimmig und unterhaltsam, wenn auch nicht überragend, aber originell. Ergänzend enthält das neue Album mehrere Vorspiele aus weniger bekannten Offenbach-Werken, darunter „Les deux Aveugles“. Diese hätten durchaus schmissiger, greller klingen können.

© Rheinisches Bildarchiv Köln

Jacques Offenbach, um 1870

Jacques Offenbach, um 1870

Offenbach: 6 Fables de la Fontaine & Ouvertüren

Karine Deshayes (Mezzosopran), Orchestre de l’Opéra de Rouen Haute-Normandie, Jean-Pierre Haeck (Leitung)
Alpha

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