Als seine italienischen Opern in London nicht mehr florierten, verlegte sich Händel bekanntlich auf Oratorien. Die hat er massig besetzt und prunkvoll ausgestaltet, auch indem er Orgelwerke als weiteren Farbreiz einsetzte. Dies brachte Hansjörg Albrecht, Organist und Leiter des Münchener Bach-Orchesters, auf die Idee, Arrangements aus Händels Oratorium Saul für Orgel und Orchester zu erstellen. Schwungvoll und federnd, plastisch und differenziert mit kräftigem Zug wird da musiziert. Das Orchester ist wendig, die Orgel virtuos. Mitunter ergeben sich ungewöhnliche Farbmischungen und Kontraste, etwa spanende Analogien zwischen den Orchestergruppen und den entsprechenden Orgel-Registern. Es passiert aber auch, dass stellenweise effektheischend übers Ziel geschossen wird. Andererseits gibt es dann wieder sehr anrührende intime Stellen. Insgesamt eine erfrischend eigenwillige Beleuchtung von Händels Musik.
CD-Rezension Hansjörg Albrecht
Blick von der Orgelempore
Händels Oratorium Saul in mehreren Arrangements für Orgel und Orchester und weitere Londoner Hits
Martin Schmeding (Orgel), Münchener Bach-Orchester, Hansjörg Albrecht (Leitung & Orgel)
Oehms Classics
Auch interessant
-
Porträt Anna Lapwood
Eine Influencerin im besten Sinne
Die britische Organistin Anna Lapwood setzt sich für junge Frauen ein.
-
Reportage: Orgelretter Sixtus Lampl
Ein Heim für Orgeln
Der oberbayerische Orgelpapst Sixtus Lampl hat sechzig Instrumente der sicheren Verschrottung entrissen – jetzt plant er die Öffnung eines Museums.
-
Instrument des Jahres 2021: Die Orgel
Die Musikmaschine
Die Orgel ist das Instrument des Jahres 2021. Ein Streifzug durch ihre jahrtausendealte Geschichte.
Rezensionen
-
Rezension Hansjörg Albrecht – Bruckner: Neunte Sinfonie
Gerundet
Pünktlich im 200. Geburtsjahr Anton Bruckners schließt Hansjörg Albrecht seine Ersteinspielung aller Sinfonien auf der Orgel mit der Neunten ab.
-
Rezension Hansjörg Albrecht – Wagner/Vlieger: Tristan und Isolde
Verschlankter „Tristan“
Hansjörg Albrecht gelingt mit der warm-timbrierten Staatskapelle Weimar eine überzeugende Aufnahme von Henk de Vliegers Wagner-Arrangement.
-
Rezension: Hansjörg Albrecht – Bruckner Vol. 3
Fein nuancierte Transkription
Hansjörg Albrecht spielt Bruckners dritte Sinfonie in ihrer finalen Fassung farbenprächtig und äußerst abwechslungsreich auf der Orgel ein.
Termine
-
So., 08. März 2026 20:00 Uhr
Elbphilharmonie, Hamburg(Großer Saal)Konzert
Liszt: Die Legende von der heiligen Elisabeth
Susanne Bernhard (Sopran), Anke Vondung (Alt), Klaus Häger (Bariton), Albert Dohmen (Bass), Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg, Staatskapelle Halle, Hansjörg Albrecht (Leitung)
-
Musiktheater
J. C. Bach: Amadis de Gaule
Internationales Bachfest Hamburg
-
Konzert
Albrecht Mayer, CPE-Bach-Orchester Hamburg, Hansjörg Albrecht
Internationales Bachfest Hamburg
Aktuelle Rezensionen
-
Rezension Tabea Zimmermann – Britten: Lachrymae
Originell
Tabea Zimmermann und dem Ensemble Resonanz gelingen kammermusikalische Klänge ebenso gut wie orchestrale Farben.
-
Rezension Peter Jablonski – A. Tchaikowsky: Klavierkonzerte
Von Prokofjew inspiriert
Peter Jablonski brilliert als Solist in zwei Klavierkonzerten des wenig bekannten polnischen Komponisten André Tchaikowsky.
-
Rezension Äneas Humm – Sehnsucht
Wiederentdeckt
Äneas Humm und Renate Rohlfing präsentieren die Vielfalt der Moderne in Liedern von Arnold Schönberg, Alexander Zemlinsky, Erich Zeisl und Henriëtte Bosmans.
-
Interview Ksenija Sidorova„Das Akkordeon hat sich in der Klassik etabliert“
Ksenija Sidorova über das Akkordeon als „Instrument des Jahres“, die Vielfalt des Repertoires und wieso es sich bestens für Anfänger eignet.




