Porträt Radek Baborák

Er hebt das Horn auf neue Höhen

Der tschechische Hornist Radek Baborák ist ein Ausnahmemusiker im besten Wortsinn.

© Radek Baborák

Unter den freien Solisten ein Exot: Radek Baborák

Unter den freien Solisten ein Exot: Radek Baborák

Es gibt viele bekannte Solistinnen und Solisten für Instrumente wie Klavier, Violine oder Violoncello. Weitaus seltener sind Horn-Solisten, die nicht fest in einem Orchester spielen. Einer von ihnen ist Radek Baborák. Er zählt zu den renommiertesten Hornisten unserer Zeit und verfügt über ein breites künstlerisches Betätigungsfeld. Der vielseitige Künstler tritt als Solist, Kammermusiker und Dirigent auf und schreibt auch eigene Arrangements.

Radek Baborák wurde 1976 im tschechischen Pardubice geboren und begann im Alter von acht Jahren Horn zu spielen. Mit 12 war er zum ersten Mal bei einem großen Wettbewerb erfolgreich. Später gewann er weitere wichtige Preise, darunter zweimal den ARD-Wettbewerb als Solist und mit dem Afflatus Quintett. Hinzu kam eine glänzende Orchesterkarriere: Er war Solohornist bei der Tschechischen Philharmonie, den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern und von 2003 bis 2010 bei den Berliner Philharmonikern. Doch dann beendete er sein erfolgreiches Kapitel als Orchestermusiker. Seitdem genießt er seine künstlerische Freiheit. „Ich spiele und dirigiere nur, was ich will“, sagte er einmal. Seit 2008 ist er auch als Dirigent tätig, was ursprünglich auf eine Initiative japanischer Musiker zurückgeht: Das Mito Chamber Orchestra bat den Hornisten, für den verhinderten Seiji Ozawa einzuspringen und bei einer Europatournee neben dem Solopart auch das Dirigat zu übernehmen.

Artist in Residence beim Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt: Radek Baborák

Die Liste der Berühmtheiten, mit denen Radek Baborák bereits zusammengearbeitet hat, ist lang. Als leidenschaftlicher Kammermusiker brilliert er nicht zuletzt mit seinem Baborák Ensemble, das immer wieder mit bemerkenswerten Arrangements aufwartet. So wird etwa ein Streichtrio von Jean Sibelius in der Bearbeitung des Ensembleleiters zu einem Werk für Horn und Streichquartett. Der tschechische Meisterhornist ist in dieser Spielzeit als Artist in Residence beim Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt zu Gast. Seiner künstlerischen Neugier folgend, wird er als Solist, Dirigent und Kammermusiker zu erleben sein.

Termine

Samstag, 27.04.2024 20:00 Uhr Kammermusiksaal Berlin

Radek Baborák, Jiři Houdek, Ben Goldscheider, Sinfonie Orchester Berlin

J. S. Bach: Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 & Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-Dur BWV 1046, Händel: Wassermusiken HWV 348-350 & Feuerwerksmusik HWV 351, Telemann: Trompetensonate D-Dur & Tafelmusik Es-Dur

  • Donnerstag, 19.09.2024 19:30 Uhr Schloss Esterházy Eisenstadt

    Rezensionen

    Rezension Radek Baborák – J. S. Bach: Hornkonzerte

    Perlend

    Mit den Berliner Barock Solisten an seiner Seite lässt Hornist Radek Baborák die Hornwerke von Bach warm ertönen. Bei den Stücken handelt es sich um bearbeitete, teils neu zusammengesetzte Einzelsätze in der Folge des damals üblichen Parodieverfahrens. weiter

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