Seit einer guten Woche sind die Olympischen Winterspiele in Italien zu Ende. Gegen den Blues danach hilft ein Konzert des Luzerner Sinfonieorchesters: Dort steht die Ouvertüre zu Vivaldis „L’Olimpiade“ auf dem Programm. In dieser Oper entfaltet sich das Drama einer Dreiecks-Liebesgeschichte im Rahmen der antiken Olympischen Spiele. König Farnace von Pontos, der Protagonist einer anderen Oper des venezianischen Meisters, müsste seinen Puls für einen sportlichen Wettkampf erst in Schwung bringen: „Gelido in ogni vena“, „frostig in jeder Ader“ rinnt ihm das Blut, weil er über den scheinbaren Tod seines Sohnes verzweifelt ist. Die vielseitige Fatma Said wird diese Arie des antiken Herrschers ebenso mit Leidenschaft füllen wie Möchtegern-Kaiserin Vitellias „Non più di fiori“. Diese Arie stammt aus „La clemenza di Tito“, Mozarts letzter Oper, die 1791 kurz vor seinem Tod in Prag uraufgeführt wurde.
Eine Sinfonie zwischen Figaro und Don Giovanni
In Prag stieß die Musik des österreichischen Meisters auf große Begeisterung, so auch seine lebhafte Oper „Le nozze di Figaro“. Deswegen lud man den Komponisten 1787 in die böhmische Hauptstadt ein, der als Gastgeschenk eine neue Sinfonie mitbrachte. Diese nimmt die heiteren Züge von „Le nozze“ auf und weist musikalisch gleichzeitig voraus auf den dramatischen „Don Giovanni“. Durch das spannungsreiche Programm in Luzern führt Giovanni Antonini, der als Spezialist historischer Aufführungspraxis für lebendige, sprechende Interpretationen bekannt ist.




