Alexander Porfirjewitsch Borodin (* 12.11.1833 in St. Peterburg; † Februar 1887 ebenda) war ein russischer Komponist und Naturwissenschaftler, der sich für einen eigenständigen russischen Musikstil einsetzte. Geboren als unehelicher Sohn eines georgischen Fürsten erhielt Borodin eine umfassende Ausbildung, die auch Klavier-, Flöten- und Cellounterricht beinhaltete. 1850 nahm Borodin ein Studium an der Militärakademie für Medizin und Chirurgie in St. Petersburg auf, wo er später als Professor für organische Chemie wirkte. In den 1860er Jahren lernte er die Komponisten Mili Balakirew, César Cui, Modest Mussorgski und Nikolai Rimski-Korsakow kennen. Mit diesen bildete Borodin die „Gruppe der Fünf“ (auch bekannt als „mächtiges Häuflein“), deren Ziel es war, in Abgrenzung zum Westen eine nationalrussische Musiksprache zu entwickeln. Nach der Uraufführung seiner ersten Sinfonie im Jahr 1869 begann Alexander Borodin die Arbeit an seiner Oper „Fürst Igor“. Obwohl er dieses Werk zeitlebens nicht vollendete, gilt es als sein bedeutendstes, insbesondere die darin enthaltenen „Polowetzer Tänze“. Borodin griff häufig russische Volksmelodien auf. Seine Sinfonien, Streichquartette, Lieder und Kammermusik weisen zudem orientalische und impressionistische Anklänge auf.
Borodin, verheiratet mit einer bekannten Pianistin und Vater von drei Töchtern, war im Hauptberuf ein herausragender Chemiker und setzte sich aktiv für den Zugang von Frauen an Universitäten ein. Obwohl das Komponieren nur eine Nebenbeschäftigung darstellte, erhielten seine Werke Anerkennung von Zeitgenossen und beeinflussten kommende Generationen nachhaltig. So setzte sich beispielsweise Franz Liszt für die deutsche Uraufführung von Borodins zweiter Sinfonie ein. Ein knappes Jahrhundert später wurde Borodins Musik 1953 für ein Broadway-Musical verwendet, wofür der Komponist posthum einen Tony Award erhielt.



