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Rezension Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert 2026

Prickelnd wie Champagner

Die Wiener Philharmoniker und Dirigent Yannick Nézet-Séguin begrüßen furios, schillernd und mit mehreren Premieren das neue Jahr.

vonPatrick Erb,

Seit mehr als acht Jahrzehnten steht das Wiener Neujahrskonzert für musikalischen Schwung zum Jahresbeginn. 2026 leitete erstmals Yannick Nézet-Séguin die Wiener Philharmoniker – und setzte dabei auf eine dramaturgisch klug gebaute Dreiteilung. Neben dem unvermeidlichen Johann Strauss rückten weitere Mitglieder der Strauss-Dynastie sowie geschätzte Zeitgenossen ins Rampenlicht: Eduard Strauss entfesselt mit dem „Brausteufelchen“ einen furiosen Polka-Ritt, während Hans Christian Lumbye im „Kopenhagener Eisenbahn-Dampf-Galopp“ dampfende Schienennostalgie verbreitet. Exotische Farben steuern Carl Michael Ziehrer mit den ungarisch gefärbten „Donausagen“ sowie Strauss’ eigener „Egyptischer Marsch“ bei – inklusive augenzwinkernder vokaler Einwürfe aus dem Orchester. Klassiker wie „An der schönen blauen Donau“ oder die „Fledermaus“-Quadrille prickeln gewohnt champagnerhaft. Besonders erfreulich: mehrere Philharmoniker-Premieren. Josephine Weinlich bezaubert mit den „Sirenen-Liedern“, und Florence Price empfiehlt sich mit dem schillernden „Rainbow Waltz“ als Komponistin von internationalem Rang. Ein musikalischer Neujahrsgruß, der wie gewohnt Lust auf noch mehr Walzerseligkeit macht.

Neujahrskonzert 2026
Werke von J. Strauss (Sohn), J. Strauss (Vater), E. Strauss, Josef Strauss, Ziehrer, Suppè, Price, Weinlich & Lumbye

Wiener Philharmoniker, Yannick Nézet-Séguin (Leitung)
Sony

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