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Rezension Michael Alexander Willens – J. S. Bach: Lutherische Messen

Ausgewogen

Schlüssig doch ohne Bereitschaft für Extreme meistert die von Michael Alexander Willens angeführte Kölner Akademie Bachs „Lutherische Messen“.

vonChristoph Vratz,

Vor mehr als anderthalb Jahrzehnten haben die Kölner Akademie und Michael Alexander Willens Bachs „Markus-Passion“ eingespielt. Nun kehren sie, nach etlichen bereichernden Einspielungen mit anderen Komponisten, zu Bach zurück und präsentieren die „Lutherischen Messen“ BWV 233–236. Die schlanke Besetzung ermöglicht ein transparentes Musizieren und eine ausgewogene Mischung zwischen Vokalisten und Instrumentalisten. Bachs Musik atmet, mal feierlich, mal nachdenklich. Oft nimmt sie einen leicht schwingenden, beinahe tänzerischen Charakter an. Die Solisten heißen Hanna Herfurtner, Elvira Bill, Gwilym Bowen und Thomas Bonn. Sie ergeben ein homogenes Ensemble, wie im „Cum Sancto Spiritu“ der F-Dur-Messe. Willens meidet bei seiner Darstellung mögliche Extreme, beim Tempo ebenso wie bei der Dynamik. Vieles an dieser Produktion ist ausgewogen und schlüssig. Aufregend neuartig oder mutig im Ansatz ist das nicht.

J. S. Bach: Lutherische Messen

Hanna Herfurtner (Sopran), Elvira Bill (Alt), Gwilym Bowen (Tenor), Thomas Bonni (Bass), Kölner Akademie, Michael Alexander Willens (Leitung)
Pentatone

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