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Rezension Lavinia Meijer – Unfolding Lines

Kongenial übersetzt

Lavinia Meijer spielt Bach, Scarlatti und Händel auf der Harfe, behält dabei den filigranen Reiz der Tastenwerke überzeugend bei und bringt neue Farben ein.

vonEcki Ramón Weber,

Die Musik für Tasteninstrumente aus dem Barock ist viel zu erquickend, um sie nicht auch mal mit anderen Instrumenten anzugehen. Deshalb hat Harfenistin Lavinia Meijer Cembalostücke des funkensprühenden Domenico Scarlatti sowie Fugen und Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach in den Fokus genommen. Und ein Variationenwerk von Georg Friedrich Händel. Die Herausforderung: die filigranen Linien und feinen Klangdetails der Originale in das resonanzreiche Spektrum der Harfe zu übertragen. Verblüffend: Lavinia Meijer gelingt es, die Vorlagen in eigene Landschaften ihres Instruments zu verwandeln. Das Plus: Man fühlt sich gleich zu Hause und hat zusätzlich die neuen Farben des Harfenuniversums. Meijer hat sich sensibel in die Sphären der barocken Meister eingearbeitet, die Phrasierungen, die Verzierungen. Auch die klare Linienführung und die Transparenz des Stimmgefüges bei Bach bleiben erhalten. Bei Scarlatti kommen die rhythmischen Kaprizen, Dialoge, die lustvoll-obsessiven Wiederholungen einzelner Figuren sehr gut heraus. Auch hier wird der Charme des Originals kongenial übersetzt. Ähnlich beglückend ist der Händel.

Unfolding Lines
Werke von J. S. Bach, Scarlatti & Händel

Lavinia Meijer (Harfe)
Sony Classical

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