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CD-Rezension La Morra

Historiker-Glück

Erfolgreiche musikalische Verlebendigung einer Renaissance-Dekade: La Morra präsentiert eine erstaunliche stilistische Bandbreite

vonAndreas Falentin,

Von 1513 bis 1521 herrschte der Medici-Papst Leo X. im Vatikan. Möglicherweise aufgrund einer großen Sehschwäche förderte er Musik und Musiker in für einen Papst einzigartiger Weise. Das Vokal- und Instrumentalensemble La Morra präsentiert die erstaunliche stilistische Bandbreite dieser nicht nur geistlichen Musik, die sich kaum mit den herkömmlichen Vorstellungen von vorbarocker Musik deckt. Lauten und Cembalosoli stehen neben ästhetisch vielfältigen liturgischen Gesängen, etwa einem dreistimmigen, Leo selbst zugeschriebenen Kanon. Attraktive, sozusagen prähistorische Kammermusik tritt neben solistisch begleiteten Liedgesang. Aus dem anonymen Fortuna Disparata macht der Countertenor Franz Vitzthum einen schmerzlich schönen Höhepunkt dieser klanglich wie musikalisch tatsächlich herausragenden Aufnahme, die den „Titelhelden“ dem Hörer zudem durch hochwertiges Cover-Artwork nahe bringt.

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