Die knapp 60 kleinformatigen Kompositionen sind fast ausschließlich Gelegenheitsarbeiten. Dennoch sind sie besonders für Freunde des A-Capella-Gesangs eine echte Fundgrube. Bereits das erste Stück, Rakastva (der Liebhaber) überrascht, zumal im Mittelteil, durch Sibelius‘ hochexperimentelle Satztechnik. Da umrahmen ostinate Sopranbögen auf rätselhafte Weise scheinbar chaotisches, vielstimmiges Piano-Geplapper. Immer wieder unterbrechen kleine modern, gar zeitgemäß anmutende Edelsteine die Gruppen schlichter Chorlieder mit Natur- oder Liebesthematik, etwa der Festmarsch oder die Kantate. Insbesondere diese Stücke stellen hohe Ansprüche an die Musikalität der Interpreten. Der Estnische Philharmonische Kammerchor bezaubert durch reine Intonation und feine Abstufungen in Dynamik und Farbigkeit, die klangtechnisch geradezu vorbildlich abgebildet werden – klar konturiert, aber ohne jede Härte.
CD-Rezension Estonian Philharmonic Chamber Choir
Klang-Edelsteine
Zum Jubiläum: Die Chormusik des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius in vorbildlicher Interpretation
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„Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.
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