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CD-Rezension Forgotten Treasures of the Ukrainian Soul

Fremd und vertraut

Die schwedisch-ukrainische Pianistin Natalya Pasichnyk wirbt für die Musik der Ukraine

vonAndreas Falentin,

Wenn es um die kulturelle Identität Europas geht, erscheint der Südosten oft wie ausgeblendet. Wer kennt schon einen ukrainischen Komponisten? Dass es derer einige hörenswerte gibt, belegt die junge ukrainische Pianistin Natalya Pasichnyk mit einer liebevoll ausgesuchten, abwechslungsreich zusammengestellten und hervorragend aufgenommenen Auswahl von Klavier- und Kammermusik der letzten 150 Jahre, fast eine Hommage an die bewegte, immer noch leidvolle Geschichte ihres Heimatlandes. Vieles setzt hier auf romantischer Musik auf, namentlich auf Chopin und Liszt. Einiges prägt sich auf Anhieb ein, wie das eröffnende, wunderbar schlicht gespielte „Dumka-Shunka“ des ukrainischen Nationalkomponisten Mykola Lysenko (1842-1912) oder die „Carpathian Rhapsody“ für Klarinette und Klavier des 1938 geborenen Myroslav Skoryk mit ihrer avancierten Rhythmik und offen ausgelebten Nähe zum Balkan-Jazz. Eine lohnende Begegnung.

Consolation – Forgotten Treasures of the Ukrainian Soul
Lysenko: Dumka-shumka, Soroow & Meni odnakovo
Kosenko: Etüde Nr. 8, Consolation, Vony stojaly movchky & Summyj ja
Skoryk: Carpathian Rhapsody & Melody
Mejtus: Allegro
Revutsky: Preludes op. 4 Nr. 1 & op. 7 Nr. 2
Lyatoshynsky: 1. Satz aus „Shevchenko-Suite“ & Melody
Stetsenko: Stojala ja i sluhala vesnu
Kolessa: 3 Kolomyjky
Barvinsky: Prelude op. 1 Nr. 2
Sylvestrov: Bagatelle op. 1 Nr. 1
Filippenko: Toccata

Natalya Pasichnyk (Klavier), Jakob Koranyi (Violoncello), Luthando Qave (Bariton), Emil Jonason (Klarinette), Christian Svarfvar (Violine), Olga Pasichnyk (Sopran)
BIS

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