Paradiesische Zustände, wo die Menschen noch unbeschwert nackt herumtollen, präsentiert diese Inszenierung von Les Indes galantes zu Beginn. Doch das bleibt nicht so. Rameaus barocke Episoden-Oper die in der Türkei, in Peru, Persien und Nordamerika spielt, wartet mit Seesturm, Vulkanausbruch und Gewitter auf. Die Choreographin und Regisseurin Laura Scozzi hat sich für die Produktion in Bordeaux gegen die Verhandlung von Exotismus-Klischees entschieden und behandelt stattdessen aktuelle Themen wie Menschenhandel, Frauenrechte, Drogenkartelle und Umweltzerstörung. Inszeniert mit Tempo, voller Assoziationen, bildgewaltig und auch mit psychologischer Zeichnung. Zwar verfängt nicht alles und manches bleibt nur an der Oberfläche, aber insgesamt ein beachtlich ambitioniertes Unterfangen. Musikalisch ist alles tadellos mit sehr bühnenpräsenten Darstellern. Das Ganze lebendig gefilmt, so dass man dem Bühnengeschehen auf der Spur bleibt.
DVD-Rezension Christophe Rousset
Neu inszeniert
Rameau als temporeiches Road-Movie durch eine globalisierte Welt, wo eine Menge im Argen ist
Amel Brahim-Djelloul, Benoît Arnould, Eugénie Warnier, Olivera Topalovic, Judith van Wanroij, Vittorio Prato, Anders Dahlin, Nathan Berg, Thomas Dolié, Les Talens Lyriques, Chœur de l’Opéra National de Bordeaux, Christophe Rousset (Leitung), Laura Scozzi (Regie & Choreographie), Olivier Simonnet (Videoproduktion)
Alpha
Auch interessant
Rezensionen
-
Rezension Christophe Rousset – Baroque Christmas
Hochrangig und luxuriös
Christophe Rousset und der Monteverdi Choir verströmen Freude und Prunk zum Weihnachtsfest mit Musik von Marc-Antoine Charpentier.
-
Rezension Christophe Rousset – J. S. Bach: Die Kunst der Fuge
Glasklar strukturiert
Cembalist Christophe Rousset legt eine nahezu makellose Einspielung von Bachs mysteriösem Opus summum vor.
-
Rezension Christophe Rousset – Lully: Psyché
Pulsierende Neueinspielung
Mit tiefem Verständnis legen Les Talens Lyriques und ihr Gründer Christophe Rousset Spannungspotenziale in Lullys „Psyché“ frei.
Termine
-
So., 29. März 2026 17:00 Uhr
Opéra Lausanne, LausanneKonzert
Mozart: Ascanio in Alba (konzertant)
Mélissa Petit (Venere), Alisa Kolosova (Ascanio), Anna El-Khashem (Silvia), Alasdair Kent (Aceste), Rocío Pérez (Fauno), Ensemble Vocal de Lausanne, Ensemble Vocal de Lausanne, Christophe Rousset (Leitung)
-
Sa., 09. Mai 2026 19:00 Uhr
Ev. Pauluskirche, DarmstadtMusik in Kirchen
Abel Zamora, Neima Fischer, Michèle Bréant, Léontine Maridat-Zimmerlin Mezzosopran, Vocalensemble Rastatt, European Union Baroque Orchestra, Christophe Rousset
Rameau: Suite aus „Castor et Pollux“ & Pygmalion (konzertant)
-
So., 10. Mai 2026 19:30 Uhr
Schloss Schwetzingen, Schwetzingen(Rokokotheater)Konzert
Aktuelle Rezensionen
-
Rezension Tabea Zimmermann – Brahms: Trio op. 114
Hier schlägt das Herz
Das Trio aus Tabea Zimmermann, Jean-Guihen Queyras und Javier Perianes dringt wachsam und sensibel in die Romantik vor.
-
Rezension Kazuki Yamada – Walton: Sinfonien
Stringente Linienführung
Seit 2023 ist Kazuki Yamada Musikdirektor des City of Birmingham Symphony Orchestra. Auf dem gemeinsamen Debüt-Album klingen William Waltons markante Sinfonien glatt und geschmeidig.
-
Rezension Lise Davidsen – Live at the MET
Sopran-Fluten und Applauspower
In einem Recital an der Metropolitan Opera imponiert Lise Davidsen mit ihren schier unendlichen Ausdrucksmöglichkeiten.
-
Blind gehört Elsa Dreisig„Da habe ich gemerkt: Elsa, du musst noch viel lernen!“
Elsa Dreisig hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass sie weiß, wer singt.

