Halber Weg

CD-Rezension Vesselina Kasarova

Hal­ber Weg

Enjott Schneider verbindet Ost und West – auch wenn es der Aufnahme hier und da an größerer Entschlossenheit fehlt

Enjott Schnei­ders „Chan­ges“ (Ver­än­de­run­gen) wur­de 2003 erst­mals öffent­lich auf­ge­führt: eine drei­sät­zi­ge sin­fo­ni­sche Dich­tung von mehr als einer hal­ben Stun­de Spiel­dau­er. Von 2008 stammt sei­ne drit­te Sin­fo­nie mit dem Titel Chi­ne­si­sche Jah­res­zei­ten. Xin­cao Li lei­tet das Ton­künst­ler-Orches­ter Nie­der­ös­ter­reich, die Solis­ten sind Ves­se­li­na Kas­aro­va und Wu Wei an der Sheng. Beson­ders in den erkenn­bar fern­öst­lich inspi­rier­ten Pas­sa­gen gelin­gen Li und sei­nen Musi­kern ein­dring­li­che Momen­te: rhyth­misch prä­gnant, klar struk­tu­riert und gut durch­hör­bar. Kas­aro­va singt famos, aber dies­mal nicht so text­ver­ständ­lich wie von ihr gewohnt. Wu Wei bläst die Sheng stim­mungs­voll. Den­noch fehlt es die­ser Auf­nah­me an grö­ße­rer Ent­schlos­sen­heit, an mehr Wag­nis, auch im Lei­sen. So bleibt Schnei­ders mit­un­ter zwar gewollt sanf­ter Spa­gat, West­li­ches und Öst­li­ches har­mo­nisch mit­ein­an­der zu ver­schmel­zen, auf hal­bem Weg ste­cken.

Schneider: China meets Europe
Vesselina Kasarova (Mezzosopran), Wu Wei (Sheng), Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Xincao Li (Leitung)
Wergo

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Schlank und far­ben­reich

Die Mezzosopranistin singt schlank, mit fantastisch verblendeten Registern und der nötigen Durchschlagskraft weiter

Termine

Sonntag, 04.06.2023 19:30 Uhr Kulturpalast Dresden

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