Betörende Festmusik

CD-Rezension Skip Sempé

Betö­ren­de Fest­mu­sik

Suggestiv-lebendig: Zum 250. Todestag von Jean-Philippe Rameau bringt Skip Sempé dessen Begräbnismusik zum Erklingen

Ein beson­de­rer Bei­trag zum aktu­el­len Rameau-Jahr – mit der Musik eines Ande­ren: Als Jean-Phil­ip­pe Rameau vor 250 Jah­ren fei­er­lich zu Gra­be getra­gen wur­de, erklang das Werk eines sei­ner Vor­gän­ger. Die Mes­se des Mor­ts stammt von Jean Gil­les, Kom­po­nist zur Zeit des „Son­nen­kö­nigs“ Lud­wig XIV. Dem­entspre­chend ver­eint sie die Idea­le des fran­zö­si­schen „clas­si­cis­me“, Eben­maß, Ele­ganz, Erha­ben­heit. Für Rame­aus Begräb­nis wur­den ele­gi­sche Stü­cke aus sei­nen Opern ein­ge­fügt. Die Neu­auf­nah­me unter Lei­tung von Skip Sem­pé gibt einen Ein­druck, wie dies geklun­gen haben mag, näm­lich fei­er­lich, strah­lend, kraft­voll, tröst­lich. Dies gelingt mit einem mar­kan­ten Solis­ten­en­sem­ble, einem Orches­ter, das fas­zi­nie­rend die ein­zel­nen Stim­mun­gen her­aus­ar­bei­tet, und einem fein abge­stimm­ten Chor mit rei­chem Bou­quet und schlan­kem Kör­per. Das ist nicht nur eine Fei­er der Schön­heit, son­dern auch ein betö­ren­des Fest der Affek­te und Far­ben. Ein ech­ter Coup!

Gilles: Requiem, Rameau: Auszüge aus Dardamus, Castor et Pollux u. a.
Judith van Wanroij (Sopran), Robert Getchell (Tenor), Juan Sancho (Tenor), Lisandro Abadie (Bass), Stravagante Les 24 Violons, Collegium Vocale Gent, Skip Sempé (Leitung)
Paradizo

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