Mit gereifter Präzision

Mit gereif­ter Prä­zi­si­on

Bereits Mit­te der 80er Jah­re hat András Schiff die­ses gro­ße Ver­mächt­nis Bach­scher Fugen­kunst auf CD gebannt. Nun liegt eine Neu­ein­spie­lung des Wohl­tem­pe­rier­ten Kla­viers vor, die man als Bach-Lieb­ha­ber kaum igno­rie­ren kann. Mit künst­le­risch gereif­ter Prä­zi­si­on und unge­wohn­ter Far­big­keit zeich­net der Pia­nist Struk­tu­ren nach, die in so akku­ra­ter Detail­treue nur sel­ten zum Klin­gen gebracht wur­den. Obwohl Schiff die Prä­lu­di­en und Fugen seit Jahr­zehn­ten im Reper­toire hat, nach Rou­ti­ne klingt die­se Ein­spie­lung nicht. Viel­mehr nach einem hoch­ent­wi­ckel­ten Ent­de­cker­geist, in dem sich Musi­ka­li­tät und ana­ly­ti­scher Scharf­sinn zu einer orga­ni­schen Ein­heit ver­bin­den. Schiff braucht kei­nen aka­de­misch küh­len Zugriff, um Trans­pa­renz zu erzeu­gen, kei­nen Pedal­ein­satz, um den Fluss auf­recht zu erhal­ten. Er braucht nur eins: kon­zen­trier­te Zuhö­rer. Die bril­lan­te Auf­nah­me­qua­li­tät run­det den Klang­ein­druck zusätz­lich ab.

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