Traumwandlerisch

Rezension Huelgas Ensemble – The Landscape of the Polyphonists

Traumwandlerisch

Den fünfzigsten Geburtstag seines Huelgas Ensembles feiert der belgische Dirigent und Musikwissenschaftler Paul Van Nevel mit der franko-flämischen Musik von 1400 bis 1600.

Den fünfzigsten Geburtstag seines Huelgas Ensembles feiert der belgische Dirigent und Musikwissenschaftler Paul Van Nevel mit einer Doppel-CD, die der franko-flämischen Musik von 1400 bis 1600 gewidmet ist – und damit der in ganz Europa bewunderten und nachgeahmten Mehrstimmigkeit, die in dieser Region Musikgeschichte schrieb. Warum damals gerade hier, im heutigen Norden Frankreichs bis nach Belgien und die südlichen Niederlande, so viele bedeutende Komponisten lebten, wird ein ungeklärtes Rätsel bleiben. Der These Van Newels, der auf die besondere Landschaft der Region verweist, huldigen der Titel, „The Landscape of the Polyphonists“ sowie zahlreiche Fotos im Booklet. Davon überzeugt sein muss man nicht, um die hohe Kunst des zwölfköpfigen Vokalensembles genießen zu können, das die kunstvoll verflochtenen Linien mit traumwandlerischer Sicherheit und vollendeter Präzision nachzeichnet. Die Werke von Desprez, Ockeghem, Gombert und anderen entfalten dabei gleichsam eine verwurzelte Schwerelosigkeit.

© Luk Van Eeckhout

Huelgas Ensemble

Huelgas Ensemble

The Landscape of the Polyphonists
Werke von Desprez, Ockeghem, Gombert u. a.

Huelgas Ensemble, Paul van Nevel (Leitung)
deutsche harmonia mundi

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