Geschliffener Granit

Geschlif­fe­ner Gra­nit

Beet­ho­vens Kla­vier­werk ist eine Lebens­auf­ga­be. Den letz­ten Prüf­stein die­ser Auf­ga­be bil­den die Sona­ten opp. 106 und 111. Vie­le Pia­nis­ten über­sprin­gen ihn ein­fach. Eini­ge stol­pern über ihn. Nur weni­gen gelingt es, ihren Namens­zug dau­er­haft in des­sen wider­spens­ti­gen Gra­nit ein­zu­mei­ßeln. Eine Män­ner­do­mä­ne sei er ohne­hin, heißt es. Umso ver­blüf­fen­der, dass sich nun eine ver­gleichs­wei­se jun­ge Pia­nis­tin die­ser bei­den Mono­li­then ange­nom­men hat: Dina Ugor­ska­ja, die Toch­ter des berühm­ten Pia­nis­ten Ana­tol Ugor­ski. Sie spielt Beet­ho­vens Spät­werk nicht als eine von Wut­aus­brü­chen flan­kier­te Grü­be­lei. Ihre „Ham­mer­kla­vier­so­na­te“ häm­mert nicht, sie don­nert und grollt und formt mit rus­si­scher Nobles­se und geschlif­fe­nem Lega­to auch Ver­söhn­li­ches. Ugor­ska­ja zeich­net Bögen, ver­liert dabei aber zuwei­len den span­nungs­rei­chen, schrof­fen Wider­streit des Ton­ma­te­ri­als aus den Augen. Eine beein­dru­cken­de Ein­spie­lung ist ihr den­noch gelun­gen!

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