Rezension Alexandra Sostmann – Bach, Byrd, Gibbons

Mutiges Programm

Alexandra Sostmann findet für jedes Werk eine adäquate technische und stilistische Lösung. Ein couragiertes Album für Kenner und Liebhaber.

Max Regers Bonmot, dass Bach „Anfang und Ende aller Musik“ sei, ist auch der Programmatik von Alexandra Sostmanns neuer CD eingeschrieben. Bachs Ricercar a 3 voci aus dem „Musikalischen Opfer“ bildet das Eröffnungsstück, das sechsstimmige Ricercar beschließt sie, dazwischen spielt die Hamburgerin abwechselnd Musik englischer Virginalisten und Werke zeitgenössischer Komponisten wie Oliver Knussen und John Taverner. Und wenn diese Programmatik auch auf den ersten Blick wenig konsistent wirkt, so offenbaren sich beim Hören hochinteressante Querbezüge, was polyfone Strukturen, Klanglichkeit und musikalische Imagination anbelangt. Pianistisch ist alles differenziert umgesetzt. Sostmann findet für jedes Werk eine adäquate technische und stilistische Lösung, kulminierend in dem kontemplativ, fast auratisch gespielten Ricercar a 6 voci. Ein mutiges Programm für Kenner und Liebhaber.

© Kaupo Kikkas

Alexandra Sostmann

Bach, Byrd, Gibbons & Contemporary Music
J. S. Bach: Ricercar zu 3 Stimmen & Ricercar zu 6 Stimmen aus „Ein musikalisches Opfer“ BWV 1017
Knussen: Prayer bell sketch
Tavener: The Lord’s Prayer, In memory of my two cats & Zodiacs
Byrd: Pavan & Galliard
Horn: Piece after Byrd
Adams: China Gates
Gibbons: Pavan & Galliard Lord Sallisbury
Chen: Diary VI

Alexandra Sostmann (Klavier)
TyxArt

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