Rossini-Genuss

CD-Rezension Aleksandra Kurzak

Ros­si­ni-Genuss

In glasklarem Italienisch verleiht Sopranistin Aleksandra Kurzak jeder Rolle aus den gewählten Rossini-Opern Profil, getragen von der Sinfonia Varsovia.

Ein Spit­zen­ton jagt den nächs­ten. An jeder Ecke spru­deln die Kolo­ra­tu­ren. Nor­mal­sterb­li­che Sän­ger bekom­men bei Ros­si­nis Ari­en schon vom blo­ßen Noten­le­sen einen Kno­ten im Kehl­kopf. Doch für Alek­san­dra Kurzak ist das alles kein Pro­blem. Wie gelen­kig die 35-jäh­ri­ge Polin die voka­len Kunst­stü­cke durch­turnt, ist schon stark, aber zum Glück noch lan­ge nicht alles. Was sie zu einer her­aus­ra­gen­den Sän­ge­rin macht, sind die Farb­schat­tie­run­gen. Vom leucht­kräf­ti­gen Strahl bis zum süßen Säu­seln hat sie alles drauf; sie gestal­tet und genießt die ita­lie­ni­sche Spra­che, als wäre es ihre eige­ne und gibt damit jeder Figur ein Pro­fil, sei es nun „Matil­da di Shab­ran", die  ver­lieb­te Rosi­na im „Bar­bier von Sevil­la" oder die ver­zwei­fel­te Fio­ril­la aus dem „Tur­co in Ita­lia". Pier Gior­gio Moran­di und die Sin­fo­nia Var­so­via tra­gen ihre Solis­tin auf Hän­den und run­den den Ohren­schmaus ab.

Bel Rag­gio
Wer­ke von Ros­si­ni

Alek­san­dra Kurzak (Sopran), Sin­fo­nia Var­so­via, Pier Gior­gio Moran­di (Lei­tung).
Dec­ca

Termine

Montag, 15.05.2023 19:30 Uhr Opernhaus Zürich

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