Es gibt mehrere Gründe zur Wiederentdeckung des Haydn-Zeitgenossen Friedrich Schwindl (1737–1786). Dieser leistete in den Residenzen an der Rheinlinie von den Niederlanden bis Karlsruhe-Durlach einen elegant-unterhaltsam wirkenden Beitrag zur Entwicklung der Sinfonie auf dem Weg zur Klassik. Der in der Musik des 18. Jahrhunderts bestens erfahrene Werner Ehrhardt ist die richtige Person für die Präsentation des vielseitigen Musikers. L’arte del mondo erschließt die Kompositionen mit liebenswerter Frische und pointierter Kontrastfreude. Schwindls Partituren zeigen bemerkenswerte Vielfalt zwischen den Formmodellen der italienischen Ouvertüre und dem später dominierenden Sinfonie-Muster mit vier Sätzen. Schwindl kann leicht rustikal klingen – oder elegant und verspielt. Vom barocken Repräsentationsgestus hat er sich bereits weit entfernt. Möglicherweise war Leopold Mozart nur deshalb nicht gut auf ihn zu sprechen, weil Schwindl mit heiterem, nur selten eingetrübten Grundtemperament eine ähnliche Aufbruchstimmung zeigte wie die frühen Kompositionen des jungen Wolfgang Amadeus.
Schwindl: Sinfonien op. 10 & La Pastorale op. 3
L’arte del mondo, Werner Ehrhardt (Leitung)
Capriccio





