Kreative europäische Verbindungen: Der Finne Jean Sibelius studierte in der K.-u.-k.-Musikhauptstadt Wien. Dort nahm er ab 1890 Unterricht beim jüdisch-ungarischen Komponisten und Geiger Karl Goldmark, der einen vorzüglichen Ruf als Pädagoge hatte. Die Violinistin Sueye Park, der Dirigent Valentin Egel und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) bringen auf ihrem aktuellen Album Schüler und Lehrer zusammen. Schwerpunkt ist das Violinkonzert von Goldmark. Das RSB kreiert ein kompaktes, plastisches Orchesterbild, mit knackigen Einsätzen der Sologruppen, die vielfältige Stimmungen durchlaufen. Die Soli von Sueye Park landen wie vom Himmel in diesem Umfeld, klar konturiert, mit warmem Ton, farbenreich, ausdrucksstark in einem weiten Spektrum, kraftvoll bis fein sensibel in der Tongebung, überzeugend kantabel, mit abwechslungsreichen Phrasierungen, detailreich und dennoch wundervoll fließend. Die Interaktionen zwischen Orchester und Solo sind perfekt. Diese Musik wird hochinteressant aufgeschlüsselt. Ohne Zweifel ist hier eine neue Referenzaufnahme entstanden. Die kurzen Bravour- und Charakterstücke von Sibelius sprechen genauso an. Was für ein Glücksfall, dieses Zusammentreffen!
Goldmark: Violinkonzert a-Moll op. 28, Sibelius: Suite für Violine & Streichorchester, Zwei Melodien op. 77 & Zwei Humoresken op. 87
Sueye Park (Violine), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Valentin Egel (Leitung)
BIS





