Wer in Rafał Blechacz einen empfindsamen Künstler sieht, findet in dieser Aufnahme dafür hinreichend Belege. In Mozarts düsterem c-Moll-Konzert sucht er immer wieder nach fein ausgeleuchteten Nuancen, er formt sensible Linien. Beim zweiten c-Moll-Konzert des Albums, Beethovens Drittem, wirkt sein Anschlag im Forte kraftvoller, in den ariosen Passagen aber ähnlich empfindsam. Nun könnte man kritisch einwenden, Blechacz überschreite kaum Grenzen, in denen dieses Moll nicht nur dunkelgrau, sondern bedrohlich schwarz klinge. Aber der Pole ist eben ein Feingeist, kein Prophet des Abgrunds. Die Dresdner Philharmonie unter Kent Nagano passt sich diesem Ansatz auf erstaunliche Weise an, so dass sich ein Miteinander von Gleichgesinnten ergibt. Schließlich präsentiert Blechacz auch Beethovens kompakte Variationen WoO 80 – in c-Moll. Kultiviert dämonisch!
Mozart: Klavierkonzert Nr. 24 c-Moll KV 491, Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 & Variationen c-Moll WoO 80
Rafał Blechacz (Klavier), Dresdner Philharmonie, Kent Nagano (Leitung)
Deutsche Grammophon







