Eine geeignete Herausforderung für den brasilianischen Bratscher Rafaell Altino, seit langem Prinzipal beim Odense Symphony Orchestra: drei Bratschenkonzertwerke dänischer Komponisten, alle für ihn geschrieben. Technische Virtuosität und ein weites Panorama der Ausdrucksmittel sind hier gefragt. Altino erweist sich bei allen als souveräner Meister auf seinem Instrument. Das Odense Symphony, mal mit Pierre Bleuse, mal mit David Danzmayr am Pult, zeigt das richtige Gespür für Farben, Nuancen und Dramaturgie: Das Bratschenkonzert von Karsten Fundal gibt sich neoromantisch, mit expressiven Melodien und körnigen Exkursen vor einem nervös angespanntem Orchesterhintergrund. Eindrucksvoll ist der allmähliche Rückzug mit Auflösung der Strukturen im letzten Drittel – und einer Solobratsche, die gegen das Verlöschen anspielt. Christian Winther Christensens Konzert ist dagegen ein Klanglabor aus erweiterten Spieltechniken, Geräuschhaftem, Perkussivem, Fragilem, Rhythmuspatterns und einigen vollklingenden Fundstücken. „Charybdis“ („Wirbelrausch“) von Søren Nils Eichberg, weit gespannt in seiner Dramaturgie, bringt Inszenierungen von knisternder Erwartung, Steigerungen, Ausbrüche und Stürme, zudem innige Dialoge zwischen Solo und Orchester. Echte Entdeckungen!
Fundal: Violakonzert, Winther Christensen: Violakonzert, Eichberg: Charybdis
Rafaell Altino (Viola), Odense Symphony Orchestra, Pierre Bleuse & David Danzmayr (Leitung)
Dacapo




