Die Idee, aus einer mittelalterlichen Textvorlage eine moderne szenische Kantate zu formen, hat Carl Orff in seinem wohl bekanntesten Werk mustergültig umgesetzt. Nun legt das Detroit Symphony Orchestra unter Jader Bignamini eine Neueinspielung der „Carmina Burana“ vor. Die charakteristische Mischung aus Statik und Schwung schon im berühmten Eingangschor gelingt durch klare Akzentuierungen und kluge Dynamisierung. Diese Prägnanz und die Fähigkeit zu souveränen Steigerungen zeichnen diese Einspielung aus. Nichts klingt halbgar.
Aufnahmetechnisch allerdings ist die jüngere Vergleichsaufnahme aus Valencia mit Alexander Liebreich dank ungleich größerer Transparenz im Vorteil. Die Produktion aus Detroit wirkt dunkler, gedeckter. Das erstreckt sich auch auf die Textverständlichkeit, wenngleich Bignamini Sing- und Orchesterstimmen gut balanciert. Die drei Solisten Chen Reiss, Reginald Mobley als Counter und Andrzej Filończyk fügen sich gut ein. Besonders innig gerät Reiss’ „In Trutina“.
Orff: Carmina Burana
Chen Reiss (Sopran), Reginald Mobley (Tenor), Andrzej Filończyk (Bariton), Audivi, Detroit Opera Youth Chorus, Detroit Symphony Orchestra, Jader Bignamini (Leitung)
Pentatone





