Startseite » Rezensionen » Statik und Schwung

Rezension Jader Bignamini – Orff: Carmina Burana

Statik und Schwung

Jader Bignamini und das Orchester aus Detroit mit Carl Orffs bekanntem Klassiker nach mittelalterlichen Texten.

vonChristoph Vratz,

Die Idee, aus einer mittelalterlichen Textvorlage eine moderne szenische Kantate zu formen, hat Carl Orff in seinem wohl bekanntesten Werk mustergültig umgesetzt. Nun legt das Detroit Symphony Orchestra unter Jader Bignamini eine Neueinspielung der „Carmina Burana“ vor. Die charakteristische Mischung aus Statik und Schwung schon im berühmten Eingangschor gelingt durch klare Akzentuierungen und kluge Dynamisierung. Diese Prägnanz und die Fähigkeit zu souveränen Steigerungen zeichnen diese Einspielung aus. Nichts klingt halbgar.

Aufnahmetechnisch allerdings ist die jüngere Vergleichsaufnahme aus Valencia mit Alexander Liebreich dank ungleich größerer Transparenz im Vorteil. Die Produktion aus Detroit wirkt dunkler, gedeckter. Das erstreckt sich auch auf die Textverständlichkeit, wenngleich Bignamini Sing- und Orchesterstimmen gut balanciert. Die drei Solisten Chen Reiss, Reginald Mobley als Counter und Andrzej Filończyk fügen sich gut ein. Besonders innig gerät Reiss’ „In Trutina“.

Orff: Carmina Burana

Chen Reiss (Sopran), Reginald Mobley (Tenor), Andrzej Filończyk (Bariton), Audivi, Detroit Opera Youth Chorus, Detroit Symphony Orchestra, Jader Bignamini (Leitung)
Pentatone

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“
    Interview Rudolf Buchbinder

    „Es ist eine ewige Entdeckungsreise“

    Pianist Rudolf Buchbinder über Schuberts Tänze, das Grafenegg Festival, seine Faszination für verschiedene Ausgaben von Beethoven-Sonaten – und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Anzeige

Audio der Woche

Atemberaubendes Feuerwerk

Mit funkelnder Virtuosität und unbändiger Ausdruckskraft widmet sich Simone Kermes einer echten Rarität: der Arie È follia d’un alma stolta aus dem Oratorium Giob von Carl Ditters von Dittersdorf. Ein atemberaubendes Feuerwerk klassischer Koloraturkunst – und die Wiederentdeckung eines nahezu vergessenen Meisterwerks. Ein Track aus dem neuen Album „La Luce“.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!