Die unter Stefan Lano 2005 in Houston uraufgeführte Oper über Männer im Krieg „Lysistrata“ und der Wunsch der Frauen nach Frieden erlebte 2025 ein erfolgreiches Comeback. Mark Adamo widmete das Werk seinem Lebensgefährten John Corigliano. Er komponierte um 2000 nach dem Satyrspiel des Aristophanes eine Tragikomödie, deren Aktualität ihn zwanzig Jahre später selbst überrascht haben dürfte. Nach dem Prolog mit den drei Furien führt Adamo das erweiterte Figurenarsenal durch eine kurzatmige Szenenfolge. Motor des Geschehens ist die rhythmisch prägnante Instrumentation, die sich am Puls von Adamos eigenem Libretto reibt und die Partitur in permanenter Unruhe hält. Aus dieser Spannung entwickelt Gil Rose einen vehementen Drive. Der Sexstreik der Frauen, um die Männer vom Krieg abzuhalten, kommt schnell in Gang. Wortwechsel jagen vorüber und lassen den Gesangssoli nur wenige Ruhezonen. Lysistratas Frage, ob ihr Widerstand noch selbstbestimmt ist oder von der Politik vereinnahmt wurde, verleiht dem antiken Sujet neue Aktualität. Adamo erweiterte die Vorlage um einen Diskurs über die Verwerfungen menschlicher Beziehungen durch Liebe, Macht und Begehren. Das Ensemble bietet eine rundum überzeugende Leistung.
Adamo: Lysistrata
Odyssey Opera, Boston Modern Orchestra Project, Gil Rose (Leitung)
Pentatone




