Die Erkennungsmelodie der Europäischen Rundfunkunion, im TV geläufiger als Eurovision, ist die berühmteste Melodie des französischen Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier. Sie stammt aus dem Präludium seines „Te Deum“. Weniger bekannt ist die Fülle an Musiken, die Charpentier für den Weihnachtsfestkreis schrieb. Diese bringen uns nun William Christie und Les Arts Florissants mit vielen Gästen, darunter Konrad Junghänel an der Theorbe, auf drei CDs nahe: Kantaten, musikalische Hirtenspiele, instrumentale Meditationen, Werke für Vokalensemble a cappella und ein Magnificat.
Charpentier vermittelt fließend zwischen feierlicher Sakralmusik, heroisch-dramatischen Opernidiomen, Hymnen und galanten Tönen. Darin liegt nicht zuletzt der Reiz dieser Werke. Das erfordert Vielseitigkeit, Flexibilität und Gestaltungskraft. Dies erfüllen alle Mitwirkenden. Sie bringen diese Musik unmittelbar, stimmungsvoll, in glühenden Farben und überzeugenden Affekten stilsicher und betörend zum Klingen. Neben dem quirligen Instrumentalensemble glänzen die Vokalsolisten mit durchgehend wundervoll timbrierten, ausdrucksvollen Stimmen. Ein prächtiges Weihnachtspaket mit Entdeckungen und viel Charme.
Charpentier: Pastorale sur la Naissance de Notre Seigneur Jésus-Christ, Magnificat, In Nativitatem Domini Cantium u. a.
Les Arts Florissants, William Christie (Leitung)
harmonia mundi





