Kontemplation, Reflexion und der besondere Zauber der Nacht stehen im Mittelpunkt von Bruce Lius Album „Lunaris“. Dafür versammelt der kanadische Pianist Schmuckstücke unter anderem von Chopin, Debussy, Mompou und Cage sowie drei Sonaten von Beethoven und Skrjabin. Der Ton ist in weiten Teilen ruhig und gesanglich, Lius Spiel bemerkenswert durchsichtig und von elegantem Legato getragen. Nicht oft hört man etwa das rasante Finale der „Mondscheinsonate“ so unaufgeregt. Alexander Silotis Bearbeitung von Bachs e-Moll-Präludium aus dem „Wohltemperierten Klavier“ gerät wie eine Meditation auf dem Wasser. So schlüssig Lius Konzept der introvertierten Klangrede und so klug die Werkauswahl auch sind – in der zweiten Hälfte des Albums stellen sich Ermüdungserscheinungen ein. Der konsequent verfolgte meditative Ansatz lässt den interpretatorischen Kontrasten schließlich zu wenig Raum.
Lunaris
Beethoven: Klaviersonaten Nr. 14 cis-Moll & Nr. 21 C-Dur, Chopin: Nocturne Des-Dur op. 27/2, Debussy: Rêverie, J. S. Bach/Siloti: Präludium e-Moll BWV 855, Skrjabin: Klaviersonate Nr. 4 u. a.
Bruce Liu (Klavier)
Deutsche Grammophon







