Subtile Kontraste

CD-Rezension Wolfgang Holzmair

Sub­ti­le Kon­tras­te

Überraschend durch schnörkellose Direktheit: Ungewöhnliche Annäherung an einen nahezu vergessenen Dichter

Glucks Klop­stock-Lie­der, kaum je ein­ge­spielt, über­ra­schen durch ihre schnör­kel­lo­se Direkt­heit, gera­de im Gegen­satz zu Schu­berts dra­ma­ti­schen Minia­tu­ren und C. P. E. Bachs vor­klas­sisch-harm­lo­ser Stren­ge. Mit melo­di­schem Mini­mal­auf­wand model­liert Gluck Klop­stocks sprö­des Pathos und sei­ne, selbst für das 18. Jahr­hun­dert, oft unge­wöhn­li­che Wort­wahl („erns­tes Moos“) strin­gent her­aus. Wolf­gang Holz­mair voll­zieht das mit hel­lem, schlank geführ­tem Bari­ton bei­spiel­haft nach. Sein dezen­ter Vor­trag macht die Unter­schie­de in ver­schie­de­nen Ver­to­nun­gen der­sel­ben Tex­te wie selbst­ver­ständ­lich hör­bar und begeis­tert da, wo er, etwa in Schu­berts Furcht der Gelieb­ten, Glucks die frü­hen Grä­ber oder Bachs Sel­ma, sich in Pathos und Iro­nie hin­ein­wagt. Er wird unter­stützt von der, stimm­lich noch etwas unfer­ti­gen, fein gestal­ten­den Sopra­nis­tin Ste­fa­nie Ste­ger. Wolf­gang Brun­ner beglei­tet sen­si­bel an ver­schie­de­nen Ham­mer­kla­vie­ren.

Schubert, Gluck
& C. P. E. Bach:
Klopstock Lieder

Wolfgang Holzmair (Bariton), Stefanie Steger (Sopran), Wolfgang Brunner (Hammerklavier)
Gramola

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