Rezension Wagner: Das Rheingold

Packendes Rheingold

Das Sänger-Ensemble ist in kluger Begeisterung dabei mit Alberich, Loge, Wotan an der Spitze, wie es sein muss.

Auf die Duisburger Theaterkatastrophe durch die defekte Sprinkler-Katastrophe folgte mit dem „nur“ konzertanten „Ring am Rhein“ in der akustisch fulminanten Mercatorhalle ein Ur-Ereignis: Nicht über einen Kamm scheren lässt sich, was Axel Kober mit seinem Orchester ausführt. Duftiges an unerwarteter Stelle wie im Disput Frickas mit Wotan ersteht wechselnd mit attackierenden Übertrumpfungen und packenden Farbspielen. Das Sänger-Ensemble ist in kluger Begeisterung dabei mit Alberich, Loge, Wotan an der Spitze, wie es sein muss. Eindringlichkeit wächst aus Nervosität, doch nie gehetzt. Das ist tatsächlich eine von Wagners Welten im Werden: Unfertig, brutal, schön und dabei von animalischer Wildheit. Motive und Harmonien schwimmen in reißender Lava. Wagners umso packendere Material-Diversität wird zu evolutionärem Zünd- und Treibstoff mit aus dramaturgischer Perfidie hervorbrechenden Explosionen. Toll.

© Werner Kmetitisch

James Rutherford

James Rutherford

Wagner: Das Rheingold

James Rutherford, David Jerusalem, Bernhard Berchtold, Raymond Very, Katarzyna Kuncio, Jochen Schmeckenbecher, Duisburger Philharmoniker, Axel Kober (Leitung)
CAvi

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