Rezension Reinbert de Leeuw – Mahler

Persönliche Abschiednahme

Nur wenige Wochen nach der Aufnahme seiner grandiosen Bearbeitung von Mahlers „Das Lied von der Erde“ ist Dirigent Reinbert de Leeuw gestorben.

Möglicherweise hat Reinbert de Leeuw geahnt, dass diese Aufnahme seine letzte sein könnte. Baldmöglichst, so die Musiker des Ensembles Het Collectief, habe de Leeuw seine Bearbeitung von Mahlers „Das Lied von der Erde“ nach der Uraufführung beim Festival de Saintes aufnehmen wollen. Im Februar 2020, wenige Wochen nach Abschluss der Aufnahmen, ist Reinbert de Leeuw dann 81-jährig gestorben, und so lässt sich das nun erschienene Album auch als persönliche Abschiednahme des niederländischen Musikers lesen, dessen Einrichtung von Mahlers monumentalem Werk für ein 15-köpfiges Kammermusikensemble ganz im Geiste des von de Leeuw verehrten Arnold Schönberg ist. Solistische Streicher, kein Blech, dafür ein Harmonium – was nach extremer Reduktion aussieht, klingt, unterstützt durch eine fabelhafte Tontechnik, auf dem Album prachtvoll in seiner delikaten Vielfarbigkeit. Auch die Sänger sind erstklassig.

© Juri Hiensch

Reinbert de Leeuw

Reinbert de Leeuw

Mahler/de Leeuw: Das Lied von der Erde

Lucile Richardot (Sopran), Yves Saelens (Tenor), Het Collectief, Reinbert de Leeuw (Leitung)
Alpha

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