Frisch durchgelüftet

CD-Rezension Praxedis Geneviève Hug

Frisch durch­ge­lüf­tet

Entspannt und selbstbewusst präsentiert Praxedis Genieviève Hug bei ihrem CD-Debüt Werke des Tastenmagiers Franz Liszt

Mit einem rich­ti­gen Schwer­ge­wicht emp­fiehlt sich Pra­xe­dis Gene­viè­ve Hug. Die jun­ge Pia­nis­tin aus der Schweiz hat für ihr ers­tes Solo­al­bum den Kla­vier­lö­wen Franz Liszt gewählt und legt gleich eine Box mit drei CDs vor: Liszts Para­phra­sen nach Ros­si­ni, Lied­tran­skrip­tio­nen und Kla­vier­über­tra­gun­gen aus Wag­ner-Opern ste­hen auf dem Pro­gramm. Das ist anspre­chend durch den Wie­der­ken­nungs­wert, aber auch ris­kant, wenn die Wir­kung hin­ter dem Vor­bild bleibt. Doch Hug trotzt den Gefah­ren. Sie lüf­tet die Kla­vier­stü­cke kräf­tig durch und befreit sie vom schwe­ren Par­füm des roman­ti­schen Salons. Frisch, unprä­ten­ti­ös, mit Wär­me und Gespür für Dra­ma­tik und für die rich­ti­gen Stim­mungs­um­schwün­ge. Ros­si­nis Brio und Ita­lia­ni­tá per­len und glit­zern, die Lied­tran­skrip­tio­nen bewe­gen sich gefühl­voll in einem natür­lich wir­ken­den Fluss. Und bei Wag­ner wird mit ori­gi­nä­ren Kla­vier­far­ben des­sen Thea­ter­zau­ber ent­facht, Schil­lern, Flir­ren, Mys­ti­schesEine sym­pa­thi­sche Ein­spie­lung, der man ger­ne zuhört.

Liszt: Impromptu brillant sur des thèmes de Rossini et Spontini, Sept variations brillantes sur un thème de Rossini, Soirées musicales de Rossini, Transkriptionen von Schumann & Wagner
Praxedis Geneviève Hug (Klavier)
Sony Classical

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