Monochrome mit ungeahnten Nuancen

Mono­chro­me mit unge­ahn­ten Nuan­cen

Teils eher unbe­kann­te Sei­ten von Ben­ja­min Brit­ten ent­deckt man in sei­nen drei Cel­lo-Sui­ten. Das muss sich auch die aus Island stam­men­de Cel­lis­tin Saeunn Thor­steins­dot­tir gedacht haben, als sie die Wer­ke kürz­lich neu ein­ge­spielt hat. Brit­ten hat sie einst für Mst­is­lav Rot­s­tro­po­witsch geschrie­ben. Die spiel­tech­ni­sche Lat­te ist also hoch­ge­steckt. In den lapi­da­ren Sät­zen gibt sich Brit­ten neo­klas­si­zis­tisch, musi­kan­tisch und über­zeu­gend ges­ten­reich, lässt Folk­lo­re­ein­flüs­se anklin­gen, wagt aber auch Expe­ri­men­tel­les und lässt immer wie­der Raum für ele­gi­sche Kan­ti­le­nen und Reflek­ti­on. Mit nur einer Instru­men­ten­far­be sind Brit­ten in den drei Cel­lo­sui­ten expres­si­ve Mono­chro­me gelun­gen, die einen unge­ahn­ten Nuan­cen­reich­tum ent­hal­ten. Saeunn Thor­steins­dot­tir hat die tech­ni­sche Sou­ve­rä­ni­tät und das künst­le­ri­sche Gespür, um Brit­tens Solo­wer­ke inhalt­lich zu durch­drin­gen und wun­der­bar zum Erblü­hen zu brin­gen.

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