Postmodernes französisches Vergnügen

DVD-Rezension Laurence Equilbey

Postmodernes französisches Vergnügen

Subtil funkelnde Wiederbelebung einer als Wiederbelebung des Genres gedachten Operette

Die Aufführung der Pariser Opera Comique aus dem Februar 2013 sprüht nur so vor Charme und Eleganz. Der Regisseur Michel Fau taucht das Geschehen über weite Strecken in nostalgische Sepia-Töne und lotet die Figuren, mit viel Liebe zum Detail, lustvoll aus. Er trifft damit genau den Ton dieses sensiblen, sehr französischen Stückes, das explizit auf Offenbach, Lecocq und Messager aufsetzt, mit seiner ironischen, manchmal groben, aber nie knalligen Dramaturgie. Laurence Equilbey verlebendigt Reynaldo Hahns grazile, etwas spröde Melodik mit viel Energie – und der nötigen Distanz. Dazu kommt ein sehr spielfreudiges, aus Barock-, Mozart- und Neue Musik-Spezialisten zusammengestelltes Sängerensemble, angeführt von der ungeheuer präsenten Julie Fuchs in der Titelrolle. Bemerkenswert ist der bei allen Mitwirkenden – auch in den Dialogen! – fast liebkosende Umgang mit der Sprache, der in einer deutschen Operette kaum vorstellbar ist.

Hahn: Ciboulette
Julie Fuchs (Sopran),
Jean-François Lapointe (Bariton), Orchestre Symphonique de l´Opéra de Toulon, Laurence Equilbey (Leitung)
fra Musica (2 DVDs)

Weitere Rezensionen

Rezension Laurence Equilbey – Mozart: Lucio Silla

Akustische Widersprüche

Laurence Equilbey ist bei Mozarts „Lucio Silla“ auf dem richtigen Weg, trotz attackierender Momente wirkt ihre Annäherung jedoch mitunter konstruiert. weiter

CD-Rezension Laurence Equilbey – Mozart: Krönungsmesse

Erkundungshungrig

Unberechenbar und erkundungshungrig war Mozart auch in seiner geistlichen Musik – Laurence Equilbey weiß diese Haltung in Klang umzusetzen weiter

Termine

Mittwoch, 17.05.2023 20:00 Uhr Elbphilharmonie Hamburg

Chorballaden

Internationales Musikfest Hamburg
Mittwoch, 24.05.2023 20:00 Uhr Frauenkirche Dresden

Kommentare sind geschlossen.