Rezension Hille Perl – ballads within a dream

Hommage an Nymphen und Venus

Vier intelligente Künstlerpersönlichkeiten räsonieren bestens bekömmlich und mit stilbewussten tänzerischen Improvisationen von Ayres bis Shakespeare.

Ein Menü mit musikalischen Delikatessen Altenglands aus Spätrenaissance und Barock – nicht zu kompakt, bestens bekömmlich und garniert mit stilbewussten tänzerischen Improvisationen. Vier intelligente Künstlerpersönlichkeiten räsonieren in dieser Hommage an Elfen, Nymphen und Venus, die in Poemen von Ayres bis Shakespeare allgegenwärtige Freudenspenderin und Verführerin. Melodien von Purcells Lehrer John Blow, eine mit Titanias Lied aus dem „Sommernachtstraum“ unterlegte Weise, Strophen über Sieg oder Abfuhr und Instrumentalsätze reihen sich zum Lobpreis der mit Blendwerk und Übertölpelung triumphierenden Liebe. „Greensleeves“ ertönt als finale Pièce in einer betörend langsamen und schon fremdartig wirkenden Variante. Feinheit und Charisma umhüllen stille, orakelnde Warnungen vor Gefahren, Verstrickung und Lust. Hörend bleibt man im Dämmer zwischen sanfter Behäbigkeit und wohligem Genuss.

© Foppe Schut

Hille Perl

ballads within a dream
Blow: A Love Song
Eccles: Violinsonate g-Moll
Simpson: Ground e-Moll
Finger: Sonate A-Dur op. 1 Nr. 3
Purcell: Twas within a furlong of Edinborough Town aus „Music for a While“
Pilkington: Rest, sweet Nymphs
Anonymus/Traditionals: Drink to me only with thine eyes, Out of this wood, L’Amour de moy, Come wait upon him, Black is the colour of my true love’s hair, Greensleeves, Su Saltarello & I will give my love an apple

Hille Perl (Gambe), Andreas Arend (Theorbe), Veronika Skuplik (Violine), Clare Wilkinson (Gesang)
dhm

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