Sein Beethoven

CD-Rezension Dieter Ilg

Sein Beet­ho­ven

Trotz melodischer wie groovender Substanz: Das Trio verläuft sich allzu oft in Gefälligkeiten

Nun also Beet­ho­ven. Seit ein paar Jah­ren setzt Bas­sist Die­ter Ilg auf klas­si­sche Inspi­ra­ti­on für sein Jazz-Trio. Nicht die schlech­tes­te Quel­le, zumal für einen, der nicht nur die sono­re Fül­le sei­ner Sai­ten wohl ein­zu­set­zen und Melo­dien zu sin­gen weiß, son­dern oben­drein noch Akkor­de raf­fi­niert zu zer­le­gen ver­mag. Um dann auf immer wie­der neue Impro­vi­sa­ti­ons­rei­sen zu gehen – selbst für einen die Frei­heit lie­ben­den Jaz­zer kann eben eine klas­si­sche Aus­bil­dung von Nut­zen sein. Doch was in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bei Ilgs Aus­flü­gen zu Ver­dis Otel­lo und Wag­ners Par­si­fal Schma­ckes hat­te und der Dra­ma­tik wie Lyrik der Ori­gi­na­le durch­aus gerecht wur­de, ver­läuft sich in sei­ner jüngs­ten Auf­ar­bei­tung all­zu oft in Gefäl­lig­kei­ten und plät­schert ohne wirk­li­che Span­nung dahin – nicht zuletzt, da im Gegen­satz zu den Opern hier die diver­sen Werks­quel­len von der Mond­schein­so­na­te bis zur Neun­ten wie ein Beet­ho­ven-Pot­pour­ri anmu­ten. Scha­de, denn melo­di­sche wie groo­ven­de Sub­stanz hat das Trio zwei­fel­los.

Mein Beethoven
Dieter Ilg (Kontrabass), Rainer Böhm (Klavier), Patrice Héral (Schlagzeug)
ACT

Termine

Mittwoch, 05.07.2023 20:00 Uhr Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

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