Letzte Dinge

CD-Rezension Claudio Abbado

Letz­te Din­ge

Claudio Abbado und das Lucerne Festival Orchestra formen ein Gewand von großer Kraft und Wärme

Es war der dies­jäh­ri­ge Abschluss sei­ner Arbeit an dem groß­ar­ti­gen Bruck­ner-Zyklus‘ mit dem Lucer­ne Fes­ti­val Orches­tra – und ist nun zu Clau­dio Abba­dos Ver­mächt­nis gewor­den. Was der Kom­po­nist einst als unvoll­ende­tes, doch über­wäl­ti­gen­des Klang­por­trät sei­ner selbst hin­ter­ließ, hat der Maes­tro nun kurz vor sei­nem Tod im Juni 2014 als Klang gewor­de­nes Denk­mal sei­nes außer­or­dent­li­chen Ran­ges hin­ter­las­sen. Alters­wei­se und bemüht um ein trans­pa­ren­tes Klang­bild nimmt der ita­lie­ni­sche Diri­gent die berühm­te Sin­fo­nie, setzt Tem­pi und Far­ben mit Bedacht, und das Orches­ter formt ein Gewand von gro­ßer Kraft und Wär­me. Zugleich aber setzt Abba­do durch alle Stim­men hin­durch auf Inten­si­tät, Plas­tik und indi­vi­du­el­le Unter­schie­de, mei­det auch Kan­ti­ges und Schroff­hei­ten nicht. All dies indes stets aus der Struk­tur des Wer­kes her­aus ent­wi­ckelt – und gera­de des­halb so ein­dring­lich, über­wäl­ti­gend und erschüt­ternd.

Bruckner: Sinfonie Nr. 9
Lucerne Festival Orchestra
Claudio Abbado (Leitung)
Deutsche Grammophon

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