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TV-Tipp 3sat 15.8.: „Ariadne auf Naxos“ von den Salzburger Festspielen 2026

Die Kälte des Weltraums und des Kapitals

Bei den Salzburger Festspielen feiert Regisseur Ersan Mondtag mit „Ariadne auf Naxos“ sein Debüt. 3sat überträgt eine Aufzeichnung der großartig besetzten Produktion.

vonPatrick Erb,

Wenn Geld in schier unbegrenzter Menge zur Verfügung steht und sich damit alles nur Erdenkliche bezahlen lässt, wird Unterhaltung zur kostbaren Ware gegen den Überdruss. Einer solchen Laune entspringt in Richard Strauss’ kurzweiliger Gesellschaftssatire „Ariadne auf Naxos“ der Einfall des reichsten Mannes von Wien, die eigens für ihn komponierte tragische Oper und das anschließende komische Nachspiel kurzerhand gleichzeitig aufführen zu lassen – sehr zum Verdruss des Komponisten, während der Tanzmeister der Anordnung mit professionellem Pragmatismus begegnet.

Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen hat Ersan Mondtag das Werk in eine Zukunftsvision verlegt, nun zeigt 3sat eine Aufzeichnung der Produktion. Darin fordert der technologische Fortschritt seinen Tribut: Längst genügt es nicht mehr, der reichste Mann Wiens zu sein, nun muss es gleich der reichste Mann des Universums sein. Zwischen Raumschiffprojektionen, gigantischen Robotern, die Weltraumtagebau betreiben, fantasievollen Kostümen und an „Star Wars“ erinnernden Architekturen flimmern immer wieder spielerische Verweise auf den Entdeckerdrang prominenter Protagonisten der Techbranche wie Elon Musk auf.

So spannend Mondtags Konzept in seiner opulenten Ausstattung anzusehen ist, so sehr lässt es eine überzeugende Personenregie vermissen. Die Interaktion zwischen den Figuren bleibt ebenso überschaubar wie die festgelegten Bahnen, auf denen sich die Sänger durch das Einheitsbühnenbild bewegen. Bewegung wird weitgehend an ein zusätzliches Tanzensemble ausgelagert – eine Entscheidung, die der erstklassigen Sängerriege nur bedingt gerecht wird (Lesen Sie dazu unsere vollständige Kritik).

Hervorzuheben sind Kate Lindsey als jugendlich und sturköpfig anmutender Komponist mit grandioser Textverständlichkeit, eine ätherisch aufblühende und stets klar intonierende Christina Nilsson als Primadonna und Ariadne sowie das souveräne Salzburg-Debüt der chinesischen Sopranistin Ziyi Dai als Zerbinetta. Manfred Honeck ummantelt all dies mit einem klugen Dirigat und baut gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern eine wohlüberlegte Steigerungskurve auf.

concerti-Tipp:

„Ariadne auf Naxos“ von den Salzburger Festspielen 2026
Sa. 15.8.,
3sat

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